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Coronavirus-Krise: Fragen zu Massnahmen im Steuerbereich

Welche Forderungen sind von dem vorläufigen Mahn- und Betreibungsstopp betroffen?
Der Mahn- und Betreibungsstopp bis zum 30. Juni 2020 gilt für sämtliche Forderungen des Kantons. Forderungen des Bundes werden seit dem 20. April 2020 wieder gemahnt und betrieben, wobei die Steuerverwaltung zurückhaltend vorgehen und Gesuche um Teilzahlungen kulant behandeln wird.

Bis wann muss ich meine Steuererklärung 2019 einreichen?
Das Einreichen der Steuererklärung ist für Privatpersonen und selbstständig Erwerbstätige bis zum 15. September 2020 möglich. Ein Gesuch um Fristerstreckung ist nicht nötig. Selbstverständlich kann die Steuererklärung wie immer auch vorher eingereicht werden.

Was gilt bezüglich der Ratenrechnungen für das laufende Steuerjahr 2020?
Die Ratenrechnungen für das Steuerjahr 2020 beruhen auf den in der Vergangenheit erzielten Einkünften. Die schwierige Lage im laufenden Jahr und der Rückgang der steuerbaren Einkünfte sind deshalb noch nicht berücksichtigt. Wenn Sie mit tieferen steuerbaren Einkünften im laufenden Jahr rechnen, können Sie die Ratenrechnungen für das Steuerjahr 2020 von sich aus kürzen und nur jenen Teil der Rechnung bezahlen, der voraussichtlich für das Steuerjahr 2020 geschuldet sein wird. Wer die Zahlung über E-Banking auslöst, kann dieselbe Referenznummer nutzen und den Betrag abändern. Neue Einzahlungsscheine können jederzeit bestellt werden.
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Ich erwarte einen Rückgang meiner Einkünfte um 50 Prozent. Wie viel soll ich denn von den Ratenrechnungen sinnvollerweise bezahlen?
Bei einem Rückgang des Einkommens um 50 Prozent wird auch die geschuldete Steuer um mindestens 50 Prozent zurückgehen. Sie könnten also die halben Ratenrechnungen bezahlen. Wenn Sie es genauer wissen möchten: Mit unserem Steuerrechner können Sie sehr genau herausfinden, wie viel Steuern Sie voraussichtlich zu bezahlen haben.

Was passiert, wenn ich im 2020 keine Ratenrechnungen bezahle?
Wenn Sie die Ratenrechnungen für das Steuerjahr 2020 nicht zahlen, passiert im Augenblick nichts. Ein Verzugszins für die verspätete Bezahlung der Steuern für das Steuerjahr 2020 ist aufgrund der Coronavirus-Krise ausnahmsweise nicht geschuldet. Die für das Steuerjahr 2020 definitiv geschuldete Steuer wird Ihnen erst im Verlaufe des Jahres 2021 mit der Schlussabrechnung 2020 in Rechnung gestellt werden. Spätestens diese sollten Sie dann bezahlen, da sonst Inkassomassnahmen eingeleitet werden. (Art. 6 Abs. 2 Verordnung vom 20. März 2020 über Sofortmassnahmen zur Bewältigung der Coronavirus-Krise CKV) (PDF, 122 KB, 6 Seiten).

Was geschieht mit Steuerforderungen und anderen Forderungen für frühere Steuerjahre?
Die Steuern für die Jahre 2019 und früher sind in vielen Fällen bereits bezahlt, sofern die provisorischen Ratenrechnungen der Steuerverwaltung jeweils beglichen wurden. Im ganzen Kanton gibt es bis Ende Juni 2020 einen Mahn- und Betreibungsstopp (Art. 6 CKV (PDF, 122 KB, 6 Seiten)). Das gilt auch für diese Forderungen. Es genügt deshalb, die geschuldeten Beträge (inkl. allfälliger Verzugszinsen) bis Ende Juni 2020 zu begleichen.

Für welche Forderungen gilt ein Verzugszins von 0%?
Der Verzugszins von 0 Prozent gilt für Steuerforderungen (Kanton und Gemeinde) des Steuerjahres 2020 und für steuerfremde Forderungen betreffend das Kalenderjahr 2020. Er gilt nicht für Forderungen aus vergangenen Jahren. 
Bei der direkten Bundessteuer gilt der Verzugszins von 0% in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Dezember 2020 für alle Steuerforderungen, die in dieser Zeit fällig werden.

Weshalb wird nur der Verzugszins für Steuern des Steuerjahres 2020 auf null gesetzt?
Der Sinn hinter der Regelung ist der, dass im Jahr 2020 nicht neuer finanzieller Druck geschaffen wird. Die Ratenrechnungen für die Steuern eines Jahres basieren immer auf dem aktuellsten Veranlagungsstand (bspw. der letzten Veranlagung). Die Folgen der Krise sind deshalb nicht berücksichtigt. Kann eine Steuer aufgrund der fehlenden Liquidität nicht bezahlt werden, soll kein Nachteil in Form eines Verzugszinses resultieren. 

Muss ich Fristen weiterhin einhalten?
Ja, insbesondere gesetzliche Fristen (Rechtsmittelfristen wie die Einsprachefrist) gelten nach wie vor. Bei behördlichen Fristen wie bei Einforderungshandlungen können Sie mit uns Kontakt aufnehmen. Wir werden behördliche Fristen grosszügig ansetzen bzw. verlängern.

Waren Sie auf Grund der Coronavirus-Krise objektiv nicht in der Lage, eine gesetzliche Frist einzuhalten, so können Sie ein Gesuch um Wiederherstellung der Frist stellen. Dazu müssen Sie – spätestens 30 Tage nachdem Sie dazu wieder in der Lage sind – die versäumte Handlung nachholen (bspw. die Einsprache erheben). Zusätzlich müssen Sie darlegen, weshalb Sie die Frist nicht einhalten konnten. Die Steuerverwaltung wird dann prüfen, ob das Fristversäumnis entschuldigt werden kann oder nicht.

Werden Entschädigungen, die ich anstelle meines Lohnes erhalte (aus Kurzarbeit, Taggelder usw.) besteuert?

Ja. Es handelt sich dabei um Entschädigungen für Erwerbsausfall, die als Einkommen besteuert werden. 

Wie wird sich die Coronavirus-Krise auf die Besteuerung im Jahr 2020 auswirken?
Die Coronavirus-Krise wird dazu führen, dass viele Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger im laufenden Jahr weniger Einkünfte erzielen werden. Die betroffenen Personen werden im nächsten Jahr beim Ausfüllen der Steuererklärung 2020 ein tieferes steuerbares Einkommen deklarieren und die Steuerverwaltung wird für das Steuerjahr 2020 tiefere Steuern verfügen.

Was passiert, wenn ich im Jahr 2021 nicht in der Lage bin, die dann in Rechnung gestellten Steuern für das Steuerjahr 2020 rechtzeitig zu bezahlen?
Wenn Sie die Steuern für das Steuerjahr 2020, die zirka zweite Hälfte 2021 in Rechnung gestellt werden, nicht rechtzeitig bezahlen können, wird die Steuerverwaltung auf Gesuch hin kulant Zahlungserleichterungen gewähren.  

 

Ein Bekannter schuldet mir Geld, ich habe wegen der Coronavirus-Krise darauf verzichtet, dass er mir Schuldzinsen zahlen muss. Hat dies Steuerfolgen?
Nein, die Steuerverwaltung akzeptiert eine geänderte Vereinbarung aufgrund der Coronavirus-Krise (Beurteilung im Einzelfall). Sie haben also nur die effektiv erhaltenen Schuldzinsen zu versteuern, während Ihr Bekannter auch nur diese abziehen kann.

Gilt der Stillstand der Fristen in Zivil- und Verwaltungsverfahren auch für Einforderungen durch die Steuerverwaltung?
Nein. Der Bundesrat hat bestimmt, dass allfällige gesetzlich bereits vorgesehene Gerichtsferien über Ostern bereits am 19. März 2020 beginnen. Im Veranlagungsverfahren und im bernischen Verwaltungsjustizverfahren gibt es jedoch keine Gerichtsferien.

Die Steuerverwaltung hat von mir Unterlagen verlangt, ich komme momentan nicht an diese. Müssen die verlangten Unterlagen eingereicht werden?
Die von der Steuerverwaltung eingeforderten Unterlagen und Belege sind wann immer möglich innert der behördlich festgelegten Frist einzureichen. Wenn Sie die Frist nicht einhalten können, stellen Sie an die auf dem Brief gedruckte Adresse ein Gesuch um Erstreckung der Frist, wir werden dieses in der aktuellen Lage kulant behandeln.

Können aufgrund der Coronavirus-Krise bereits im Jahresabschluss 2019 steuerlich wirksame Rückstellungen gebildet werden?
Nein. Die steuerrechtlichen Bestimmungen erlauben Rückstellungen nur für Ereignisse, die im Laufe des Geschäftsjahres verursacht wurden. Da die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Krise im letzten Jahr noch nicht absehbar waren, können im Geschäftsjahr 2019 noch keine entsprechenden Rückstellungen berücksichtigt werden. Der Regierungsrat des Kantons Bern hat keine anderslautende Regelung beschlossen. Entsprechende Sonderrückstellungen müssten deshalb bei der Veranlagung des Geschäftsjahres 2019 aufgerechnet werden. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat den Kantonen mitgeteilt, dass das auch für die direkte Bundessteuer gilt.


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