Suchbereich

Stichwörter von A bis Z

Navigation




Glossar: Steuerbegriffe von A - Z

A  B  D  E  G  H  I  J  L  N  Q  R  S  U  V  W    

Begriff Erläuterung

A

 

Allgemeine Abzüge

Als allgemeine Abzüge bezeichnet man Abzüge, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit bestimmten Einkünften stehen. Sie wurden vom Gesetzgeber aus sozialpolitischen Überlegungen eingeführt. Beispiele: Versicherungsabzug, Abzug für Krankheitskosten, Abzug für Umweltschutz- und Energiesparmassnahmen.

Amtlicher Wert

Der amtliche Wert ist der für die Vermögenssteuer massgebliche Wert eines Grundstücks. Er wird von der Steuerverwaltung nach den gesetzlichen Vorschriften ermittelt. Die Gemeinde verwendet den amtlichen Wert ausserdem zur Berechnung der Liegenschaftssteuer.

B

 

Bemessungsperiode

Bemessungsperiode ist der Zeitraum, in dem das der Steuerberechnung zu Grunde liegende Einkommen erzielt wird.

Beschränkte Steuerpflicht

Eine beschränkte Steuerpflicht besteht, wenn eine Person aufgrund wirtschaftlicher Beziehungen nur für einzelne Einkommen oder Vermögensgegenstände steuerpflichtig ist. Eine beschränkte Steuerpflicht besteht unter anderem für Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und Grundstücke. Hat die Person demgegenüber Wohnsitz oder Sitz, handelt es sich um eine unbeschränkte Steuerpflicht.

Besteuerung nach dem Aufwand Personen, die erstmals oder nach mindestens zehnjähriger Landesabwesenheit in der Schweiz steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt nehmen und hier keine Erwerbstätigkeit ausüben, haben das Recht, bis zum Ende der laufenden Steuerperiode an Stelle der Einkommens- und Vermögenssteuer eine Pauschalsteuer nach dem Aufwand zu entrichten. Sind diese Personen nicht Schweizer Bürgerinnen und Bürger, so steht ihnen das Recht auf Entrichtung der Steuer nach dem Aufwand auch weiterhin zu.

D

 

Direkte Bundessteuer

Die Direkte Bundessteuer ist eine Steuer, die der Bund vom Einkommen der natürlichen Personen und vom Gewinn der juristischen Personen erhebt. Die Veranlagung erfolgt durch die Kantone, die auch einen Teil der Steuereinnahmen erhalten.

Direkte Steuern

Bei den direkten Steuern zahlt der Steuerschuldner die Steuern an das Gemeinwesen. Er trägt die Steuerlast auch wirtschaftlich, weil er sie nicht auf jemand anderen überwälzen kann. Typische Beispiele sind die Einkommens- und Vermögenssteuern oder die Gewinn- und Kapitalsteuern.

Doppelbesteuerungs-abkommen

Doppelbesteuerungsabkommen sind Vereinbarungen zwischen zwei Staaten, mit denen verhindert werden soll, dass die Einkünfte einer Person in beiden Staaten besteuert werden.

Doppelbesteuerungs-verbot

Die Bundesverfassung verbietet, dass eine Person bestimmte Einkünfte gleichzeitig in mehr als einem Kanton versteuern muss (sogenannte Doppelbesteuerung).

E

 

Eigenmietwert

Der Eigentümer einer Liegenschaft, der die Liegenschaft selbst bewohnt, erhält zwar keinen Mietzins. Er hat aber den Vorteil der Eigennutzung. Der Wert dieser Eigennutzung wird als Eigenmietwert bezeichnet und als sogenanntes «Natural»-Einkommen besteuert.

Einfache Steuer

Die Einfache Steuer ergibt sich aus der Anwendung der gesetzlichen Steuertarife (z.B. Einkommenssteuer-, Vermögenssteuer-, Gewinnsteuertarife). Für die Berechnung des effektiv geschuldeten Steuerbetrages wird die Einfache Steuer mit der Steueranlage von Kanton und Gemeinde multipliziert.

Einsprache

Die Einsprache ist das schriftliche Gesuch an die Steuerverwaltung, eine Veranlagungsverfügung zu überprüfen und allfällige Mängel zu beheben. Die Einsprache muss innert 30 Tagen eingereicht werden.

Ermessensveranlagung

Bei einer Ermessensveranlagung werden Einkommen, Vermögen und Abzüge nach bestem Wissen von der Steuerverwaltung geschätzt. Eine Ermessensveranlagung wird vorgenommen, wenn trotz Abklärungen ungewiss bleibt, ob eine steuerpflichtige Person Einkünfte erzielt hat oder wie hoch ihre Einkünfte gewesen sind. Sie wird insbesondere angewendet, wenn die steuerpflichtige Person trotz Mahnung keine Steuererklärung einreicht.

Ertragswert

Als Ertragswert gilt der wirtschaftliche Nutzen einer Liegenschaft oder eines Unternehmens. Der Ertragswert wird berechnet aufgrund des Ertrags, den die Liegenschaft bzw. das Unternehmen abwirft.

Expatriates

Expatriates sind leitende Angestellte und Spezialisten, die vorübergehend in einem anderen Staat arbeiten. Für diese Personen gelten besondere Regeln im Zusammenhang mit den Berufskosten.

G

 

Gegenwartsbemessung

Bei der Gegenwartsbemessung wird die Steuer auf dem Einkommen erhoben, das während der Steuerperiode erzielt wird. Steuerperiode und Bemessungsperiode fallen somit zeitlich zusammen. Die Gegenwartsbemessung ist in allen Kantonen das massgebliche System. Die frühere Vergangenheitsbemessung existiert nicht mehr.

Gewinnungskosten

Als Gewinnungskosten gelten alle Kosten im Zusammenhang mit der Erzielung von Einkünften. Sie sind steuerlich abziehbar.

Grenzgänger Als Grenzgänger gelten im Ausland ansässige Personen, die im Kanton Bern einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehen, hier jedoch über keine eigene Wohnung verfügen und deshalb nach dem Arbeitsende regelmässig an ihren ausländischen Wohnsitz zurückkehren.

H

 

Handänderungssteuer

Als Handänderungssteuer bezeichnet man die Steuer, die anlässlich einer Handänderung (z.B. Verkauf, Schenkung) an einem Grundstück geschuldet ist.

Hauptsteuerdomizil

Das Hauptsteuerdomizil liegt am Ort, wo die Person ihren Wohnsitz bzw. Sitz hat. Sie ist dort unbeschränkt steuerpflichtig.

I

 

Indirekte Steuern

Bei indirekten Steuern zahlt der Steuerschuldner die Steuern an das Gemeinwesen, aber er trägt die Steuern wirtschaftlich nicht selber, sondern belastet sie an jemand anderen weiter. Typische Beispiele sind Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer, oder Tabaksteuer.

J

 
Juristische Personen Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung) und Genossenschaften, sowie Stiftungen, jeder Verein und alle übrigen gemäss privatem oder öffentlichem Recht über die Rechtpersönlichkeit verfügenden Gesellschaften (Burgergemeinden, Korporationen, usw.), die als «übrige juristischen Personen» bezeichnet werden.

L

 
Liegenschaftssteuer Die Liegenschaftssteuer wird durch die Gemeinde erhoben und gehört zu den sogenannten fakultativen Gemeindesteuern. Die Gemeinde kann somit selber bestimmen, ob sie eine Liegenschaftssteuer erheben will.

N

 

Nachträgliche ordentliche Veranlagung

Eine nachträgliche ordentliche Veranlagung wird bei Personen vorgenommen, die üblicherweise an der Quelle besteuert werden. Sie wird durchgeführt, wenn die an der Quelle besteuerten Einkünfte einen bestimmten Betrag übersteigen. Die nachträgliche ordentliche Veranlagung tritt in diesen Fällen an die Stelle der Quellensteuerveranlagung.

Natürliche Personen Natürliche Personen sind Menschen aus Fleisch und Blut.

Nebensteuerdomizil

Als Nebensteuerdomizil gilt der Ort, an dem nur eine beschränkte Steuerpflicht besteht.

Nutzniessung

Als Nutzniessung gilt die Befugnis, einen Gegenstand, eine Liegenschaft oder ein Recht, die Eigentum einer anderen Person sind,  zu gebrauchen oder zu nutzen.

Q

 

Quellensteuer

Mit der Quellensteuer werden die Einkommenssteuern von Bund, Kanton und Gemeinde vor der Auszahlung direkt durch den Schuldner der steuerbaren Leistung abgezogen und der Steuerverwaltung abgeliefert. Der Quellensteuer unterliegen  Personen ohne steuerrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz sowie ausländische Personen mit steuerrechtlichem Wohnsitz in der Schweiz, die nicht im Besitz der Niederlassungsbewilligung sind.

R

 

Reineinkommen

Als Reineinkommen gelten die erzielten Einkünfte nach Abzug der Gewinnungskosten und der allgemeinen Abzüge.

Reinvermögen

Als Reinvermögen gilt das um die Schulden reduzierte Vermögen.

Repartitionswert

Als Repartitionswert gilt der Prozentsatz, mit dem die kantonalen Vermögenssteuerwerte von Grundstücken für die interkantonale Steuerausscheidung multipliziert werden. Die Umrechnung ist erforderlich, weil für die Steuerausscheidung auf vergleichbare Werte abgestellt werden muss, die Vermögenssteuerwerte aber in den Kantonen auf unterschiedlichem Niveau festgelegt werden.

Rückkaufswert

Rückkaufswert ist der Geldbetrag, den die Versicherungsgesellschaft der versicherten Person schuldet für den Fall, dass die versicherte Person den Versicherungsvertrag vorzeitig auflöst. Der Rückkaufswert einer Versicherung unterliegt der Vermögenssteuer.

S

 
straflose Selbstanzeige Seit 1.1.2010 besteht die Möglichkeit, bisher nicht versteuerte Einkommen oder Vermögen einmalig ohne Straffolge zu melden, z.B. mit Schreiben an die Steuerverwaltung oder Beilage zur Steuererklärung. Geschuldet sind lediglich die Steuern für max. 10 Jahre sowie die Verzugszinsen. Die erstmalige Deklaration in der Steuererklärung ohne zusätzlichen Hinweis auf die bisherige Nichtversteuerung gilt nicht als Selbstanzeige. Bei jeder weiteren Selbstanzeige beträgt die Busse einen Fünftel der hinterzogenen Steuer.

Sozialabzüge

Bei den Sozialabzügen handelt es sich um Abzüge, welche die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Personen berücksichtigen sollen. Beispiele: Allgemeiner Abzug, Kinderabzug, Unterstützungsabzug usw.

Steueranlage

Die Steueranlage ist der Faktor, mit dem die Einfache Steuer multipliziert wird, um die dem Kanton oder einer Gemeinde geschuldeten Steuern zu berechnen. Oder: Ausgehend von der ermittelten Einfachen Steuer wird mit der Steueranlage die tatsächlich geschuldete Steuer ermittelt. Die Steueranlage von Kanton und Gemeinden wird jeweilen vor Beginn des Steuerjahres festgesetzt.

Steuerausscheidung

Mit der Steuerausscheidung werden die Einkünfte und Abzüge sowie die Vermögenswerte und Schulden einer Person auf die Kantone (interkantonale Steuerausscheidung) bzw. Staaten (internationale Steuerausscheidung) aufgeteilt. Eine Steuerausscheidung erfolgt, wenn zwei oder mehrere Kantone oder Staaten eine Person für das gleiche Einkommen oder Vermögen besteuern.

Steuerbares Einkommen

Als steuerbares Einkommen gelten die erzielten Einkünfte abzüglich Gewinnungskosten, allgemeine Abzüge und Sozialabzüge.

Steuerbefreiung Grundsätzlich sind alle natürlichen und juristischen Personen steuerpflichtig. Vereine, Stiftungen und andere juristische Personen können aber von der Steuerpflicht befreit werden, wenn sie gemeinnützige, öffentliche oder kultische Zwecke verfolgen.

Steuererlass

 

Als Steuererlass gilt der ausnahmsweise Verzicht von Kanton und Gemeinden auf die Einforderung von geschuldeten Steuern. Er ist nur möglich, wenn die Einforderung der Steuer eine unzumutbare Härte für die betroffene Person darstellen würde.

Steuerharmonisierung

Als Steuerharmonisierung gilt die Angleichung der Steuerordnungen der Kantone und Gemeinden und des Bundes. Nicht harmonisiert sind die Vorschriften zur Bestimmung der Höhe der geschuldeten Steuern, also insbesondere die Steuertarife, die Steueranlagen und die Sozialabzüge.

Steuerhoheit

Steuerhoheit bedeutet das Recht eines Gemeinwesens zur Erhebung von Steuern. Die Befugnis, Einkommens- und Vermögenssteuern zu erheben, haben sowohl der Bund als auch die Kantone und die Gemeinden.

Steuern

Steuern sind Geldleistungen der natürlichen und juristischen Personen an das Gemeinwesen, ohne dass diese Personen dafür eine individuelle Gegenleistung erhalten.

Steuerperiode

Als Steuerperiode gilt der Zeitraum, für den eine Steuer geschuldet ist.

Steuerpflicht

Als Steuerpflicht bezeichnet man die Verpflichtung einer natürlichen oder juristischen Person zur Bezahlung von Steuern.

Steuersatz

Als Steuersatz gelten die Prozent- oder Promillesätze in den Steuertarifen. Sie dienen der Berechnung der Einfachen Steuer.

Steuersubjekt Steuersubjekt ist diejenige natürliche oder juristische Person, welche zur Leistung einer Steuer verpflichtet ist.

Steuertarif

Der Steuertarif dient der Berechnung der Einfachen Steuer.

Steuerteilung Die Steuerteilung bei Ehegatten dient der Festsetzung der individuellen Steueranteile jedes Ehegatten an der Einkommens- und Vermögenssteuer des Ehepaars. Sie erfolgt auf Antrag hin oder bei Zahlungsunfähigkeit eines Ehegatten. Die Steuerteilung im interkantonalen und internationalen Verhältnis dient der Zuweisung von Einkommen und Vermögen an verschiedene Kantone oder Staaten, wenn die steuerpflichtige Person in mehreren Kantonen oder Staaten steuerpflichtig ist. Ein typisches Beispiel ist ein Wohnsitz im Kanton A und Liegenschaften im Kanton B.

U

 

Unbeschränkte Steuerpflicht

Eine unbeschränkte Steuerpflicht besteht, wenn eine Person für alle Einkommen und Vermögensgegenstände besteuert wird. Personen mit Wohnsitz oder Sitz im Kanton Bern sind hier unbeschränkt steuerpflichtig.

Unterjährige Steuerpflicht

Eine unterjährige Steuerpflicht liegt vor, wenn die Steuerpflicht nur während eines Teils der Steuerperiode besteht. Zum Beispiel bei Zuzug vom Ausland oder bei Wegzug ins Ausland während dem Steuerjahr. Eine unterjährige Steuerpflicht entsteht aber auch beim Todesfall.

V

 

Veranlagungsverfügung

Mit der Veranlagungsverfügung werden die Steuerfaktoren (steuerbares Einkommen und Vermögen natürlicher Personen, bzw. steuerbarer Gewinn und steuerbares Kapital juristischer Personen) festgesetzt. Die Veranlagung erfolgt aufgrund der Steuererklärung, die von den Steuerpflichtigen einzureichen ist.

Verkehrswert

Als Verkehrswert gilt ein am Markt erzielbarer Preis.

Vermögenssteuer-
bremse

Als Vermögenssteuerbremse bezeichnet man den Artikel 66 des bernischen Steuergesetzes. Die Bestimmung beschränkt die geschuldete Vermögenssteuer auf 25 Prozent des Vermögensertrags. Wo gar keine Vermögenserträge vorhanden sind oder diese sehr tief sind, ist als Minimum eine Vermögenssteuer von 2.4 Promille des steuerbaren Vermögens vorgesehen.

Verrechnungssteuer

Die Verrechnungssteuer ist eine Bundessteuer. Sie wird auf den Erträgen des beweglichen Kapitalvermögens erhoben und kann bei ordentlicher Deklaration dieser Einkünfte wieder zurückgefordert werden.

Virtuelles Steuersubjekt Damit sind Erbengemeinschaften, Miteigentümergemeinschaften oder auch Kollektiv-, Kommandit- und einfache Gesellschaften gemeint.
Für jedes virtuelle Steuersubjekt müssen Sie eine separate Steuererklärung ausfüllen, jedoch erhalten Sie keine separate Veranlagungsverfügung und auch keine Schlussabrechnung. Vielmehr wird das steuerbare Einkommen und Vermögen des virtuellen Steuersubjekts anteilsmässig bei den einzelnen Beteiligten besteuert. Sie müssen den errechneten Anteil auf der jeweiligen Steuererklärung der beteiligten Person(en) deklarieren.

W

 

Wochenaufenthalter

Als Wochenaufenthalter gilt eine Person, die an den Arbeitstagen am Arbeitsort übernachtet und die arbeitsfreie Zeit (in der Regel Wochenenden) regelmässig an einem andern Ort (sog. Familien- oder Freizeitort) verbringt.

Wohnrecht

Als Wohnrecht gilt die Befugnis einer natürlichen Person, ein Gebäude oder einen Teil davon (Wohnung) zu bewohnen.


Weitere Informationen

 


Mein Warenkorb ([BASKETITEMCOUNT])

Informationen über diesen Webauftritt

https://www.sv.fin.be.ch/sv_fin/de/index/navi/index/organisation/glossar.html